Nassfliegen werden unter der Wasseroberfläche geführt. Ihr Bindestil unterscheidet sich daher von dem der Trockenfliegen. Die Bindematerialien sind gewöhnlich weicher, mit weniger Oberflächenspannungen, damit der Oberflächenfilm leichter durchstoßen werden kann. Sie absorbieren auch das Wasser stärker.
Ziel und Größe schwanken in sehr weiten Grenzen: Nachbildungen erwachsener Insekten, mit oder ohne Flügel; die verschiedenen Entwicklungsstadien jugendlicher Wasserinsekten in verschiedenen Tiefen; Nachbildungen von Fischchen und Muster ohne natürliches Vorbild, die aber durch Farben und Forum oder eine Kombination von beiden Fische zum Nehmen reizen.
Die Anforderungen an die Nachahmungen wie an die Trugfliegen sind folgende:
wenn die Fliege ein bekanntes Forellenfutter präsentiert, sollte eine Kombination dieser Eigenschaften eine wirksame Fliege ergeben.
Eine gute Daumenregel besagt, dass kleine Lebewesen nicht so schnell schwimmen können wie große. Deshalb sollten Nassfliegen nicht rascher geführt werden, als Organismen gleichen Größe in der Natur schwimmen.
Gewisse Fischchennachbildungen können noch wirksamer sein, wenn sie sogar langsamer geführt werden als die natürlichen Köderfische. Ein krankes oder verletztes Fischchen wird wahrscheinlich von der Forelle eher gepackt als seine munteren, gesunden Gefährten. Farben sind in der Nähe der Wasseroberfläche deutlicher zu unterscheiden als in der maximalen Angeltiefe, wo entweder das Wasser trüb oder die Lichtstrahlung geringer ist
Floureszierende Stoffe verlieren ihre Wirkung schon wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Bei wirklich tief geführten Fliegen ist deshalb besondere Sorgfalt auf Gestalt und Bewegung zu legen.
Die Notwendigkeit, dem Fischer die Fliege unter dem richtigen Winkekl anzubieten, bedarf ein wenig der näheren Erklärung.
Ein Fischchen schwimmt horizontal-eine Fischchennachbildung wird deshalb wirksamer sein, wenn sie sich ebenfalls horizontal bewegt. Eine Mückenpuppe hängt senkrecht im Wasser - die Bindung der Fliege und ihre Präsentation sollten sich nach dieser Tatsache richten. Die Haltung der Fliege hängt davon ab, ob sie gegen die Strömung oder mit ihr geführt wird, ob an gestreckter oder lockerer Schnur. Das spezifische Gewicht der Schnur, dass die Tiefe zu bestimmen hilft, in die sie sinkt, hat ebenfalls einen Einfluss.
Nassfliegen haben eine längere Tradition als Trockenfliegen. Manche Angler finden es wenig anziehend, weil mit der Nassfliege oft nur auf
Verdacht und nicht auf einem beobachteten Fisch geangelt wird. Erfahrene Angler fischen nass oder trocken, je nach den gegebenen Verhältnissen.